Titelerfolg für Caroline Joyeux

Erstellt von Bernd Kunze | |   LG NORD

Deutsche Meisterschaften, Dresden, 01.-03.08.2025

Die diesjährigen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer und Frauen, verbunden mit den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Sieben- und Zehnkampf, fanden im lange sanierten und modernisierten Heinz-Steyer-Stadion in der Elbestadt Dresden statt. Mit einem Team von 16 Athleten, dabei 9 Einzelstarts und einer 4x400m-Staffel der männlichen U20 war die LG NORD Berlin mit etwas mehr Aktive als bei den Titelkämpfen der letzten Jahre unterwegs.

Der Auftakt der Wettkämpfe am Samstag hatte es schon mal in sich. Im Dreisprung der Frauen waren vier Springerinnen der LG NORD im Wettkampf, im Hammerwurf der Frauen immerhin zwei Aktive; außerdem ging die 4x400m-Staffel der männlichen Jugend am späten Vormittag an den Start.

Dreisprung: Paradedisziplin der LG NORD

Vier Athletinnen der LG NORD gehörten zum Starterfeld der insgesamt 14 Aktiven, die im Dreisprung um Medaillen und gute Platzierungen den Kampf aufnahmen. Favoritin war Caroline Joyeux, die in diesem Jahr schon auf eine persönliche Bestleistung und den europäischen Spitzenwert von 14,45m geflogen war. Zunächst lief es im ersten Teil bis zum dritten Versuch für sie nicht so richtig. Nach einem abgebrochenen ersten, der aber immerhin mit 13,05m gemessen wurde, lag sie mit dieser Weite zum Endkampf nur auf dem 5. Platz. Dagegen setzte sich Sarah-Michelle Kudla mit guten 13,63m im ersten Versuch zunächst an die Spitze des Feldes.

Im 4. Versuch packte „Caro“ dann den ersten „richtigen Sprung“ aus und landete bei 13,80m. Doch Kira Wittmann (Hannover 96) konterte in diesem Durchgang mit 13,89m, genauso wie Jessie Maduka (Cologne Athletics), die ebenfalls diese Weite sprang. Sarah-Michelle fiel damit auf den vierten Platz zurück. Der 5. Versuch brachte dann für Joyeux den wettkampfmäßigen Durchbruch. Nach Hop, Step und Jump landete sie bei überzeugenden 14,24m und übernahm die Führung im Klassement. Zwar sprang Kira Wittmann im letzten Versuch mit 13,97m noch eine neue persönliche Bestleistung, konnte aber Caro nicht mehr auf den 1. Platz gefährden. Auch Sarah-Michelle steigerte sich auf 13,85m, einen Zentimeter unter ihrer bisherigen Bestleistung, verfehlte damit die Bronzemedaille aber um fünf Zentimeter.

Ein erfreuliches Abschneiden lässt sich auch von Aliena Juliette Heinzmann berichten. Sie sprang im 3. Versuch mit 13,04m Jahresbestleistung und lag zwischenzeitlich auf dem 6. Platz. Doch die Konkurrenz war stark, so dass sie in der Endabrechnung mit dem 8. Platz sehr zufrieden sein konnte. Unsere U23-Athletin Grace Monono konnte mit ihrem Wettkampf sicher nicht so zufrieden sein. Mit 12,46m reichte es im Vorkampf nur zum 10. Platz.

Für unsere Hammerwerferin war der Wettkampf nach dem Vorkampf leider schon beendet. Mit 55,01m im dritten Versuch belegte Flora Rustemeyer den 10. Platz und unsere Jugendliche Yasmin Sophie Amasheh kam auf 51,42m nicht über den 11. Platz hinaus. Andererseits hätten beide fast persönliche Bestleistungen werfen müssen, um in den Endkampf der besten Acht zu kommen.

Über 400m der Männer kämpfte Marc Koch um den Anschluss an seine Form aus dem Vorjahr. Im ersten Halbfinale zeigte er nach mehrwöchiger Pause zu Anfang dieser Saison seine ansteigende Form mit Saisonbestleistung von 46,67s. Ihm blieb damit aber nur die 10. Zeit; 46,55s hätte er für das Finale benötigt. Im zweiten Halbfinale machte Joseph Mouaha ein gutes Rennen, zog die Pace auf der Gegengerade an und wurde mit persönlicher Bestzeit von 47,41s belohnt.

Über die 400m-Hürden war, nach Absage von Alexander Hanke, nur Jan-Niklas Gwizdek am Start. Während Jan-Niklas im letzten Jahr mit 54,61s in seinem Halbfinale den 6. Platz belegte, platzierte er sich diesmal, auf der ungünstigen Außenbahn laufend, auf Position fünf mit 54,36s.

Mit Hoffnungen auf den Sprung ins Finale war Luke Böhme nach Dresden gereist. Bei einer Zeit von 14,29s über die 110m Hürden und der neuntbesten Meldezeit war das kein Ding der Unmöglichkeit. Die Nervosität von Luke vor dem Start war groß und die Anspannung löste sich leider nicht im dritten Halbfinale. Mit seiner Zeit von 14,60s blieb er unter seinen Möglichkeiten und damit ein Stück weit weg von einer Endlaufteilnahme.

Pahlitzsch mit guter Platzierung

Auch in diesem Jahr zeigte Karolina Pahlitzsch ihren guten Saisonaufbau. Im ersten Halbfinale über 400m lief „Karo“ ein starkes Rennen und belegte mit Saisonbestleistung von 52,81s den zweiten Platz und bekam das große Q für das Finale am Sonntag. Auch hier lief sie engagiert an und versuchte auf der Zielgeraden ihre Spurtstärke auszuspielen.. Mit 53,04s, unwesentlich langsamer als im Halbfinale, blieb ihr aber trotzdem „nur“ der 5. Platz wie 2024 in Braunschweig. Skadi Schier vom SCC Berlin verteidigte ihren Titel, diesmal mit 51,90s, schneller als im Vorjahr.

Drei LG NORD-Staffeln bei der „Deutschen“

Auch in diesem Jahr hatte sich wieder eine Frauenstaffel über 4x100m qualifiziert. Eigentlich war es eine Dreisprungstaffel, die hier den Sprint der LG NORD repräsentierte. Das Team mit Grace Monono, Aliena Juliette Heinzmann, Charlotte Wolff und Sarah-Michelle Kudla zeigte gute Wechsel und lief Saisonbestleistung mit 46,66s. Bis auf Langsprinterin Charlotte waren die anderen am Samstag im Dreisprung erfolgreich aktiv. Noch als letzte Staffel mit B-Norm kurzfristig qualifiziert, kann der 15. Platz von 23 gestarteten Staffel als Erfolg verbucht werden.

Bei den Meisterschaften der Männer und Frauen standen auch wieder die Jugendstaffeln auf dem Programm. Über 4x400m waren die noch jungen Athleten der U18/U20 am Start. Mit Luca Radunz, Paul Nitschke, Helge Kolinko und Konstantin Tchernyi schlug sich das Team achtbar im Feld der 20 angetretenen Mannschaften und belegte mit 3:27,07min den 15. Platz. Ein Team in anderer Besetzung war im Vorjahr in Braunschweig mit 3:27,13min nahezu die gleiche Zeit gelaufen, belegte aber den 11. Platz.

Auch die 3x1000m-Staffel, ebenfalls ein noch sehr junges Team für die U20, stellte sich am Sonntag dem Starter. Mit Theo Kubsch, Franz Spathelf und Jascha Heisterkamp lief die Staffel mit 8:13,19min um Sekunden schneller als bei der Qualifikation in Berlin; in der Gesamtwertung bedeutete das den 21. Platz und viel Erfahrung für die Zukunft.

 

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Dreisprungsiegerin Caro Joyeux, eingerahmt von ihren Trainingskolleginnen Sarah-Michelle Kudla und Aliena Heinzmann (Copyright Dirk Gantenberg)
Aliena Heinzmann (Copyright Dirk Gantenberg)
Caroline Joyeux (Copyright Dirk Gantenberg)
Sarah-Michelle Kudla (Copyright Dirk Gantenberg)