Starke Präsenz der LG NORD Berlin – Medaillenränge verfehlt

Erstellt von Bernd Kunze | |   LG NORD

DM U16 und U23, Ulm, 04.-06.062025

Erstmalig wurden die Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U16 und U23 an einem Wettkampfwochenende im Ulmer Donaustadion zusammengefasst. Mit rund 22 Stunden Leichtathletik von Freitag bis Sonntag mit allen Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen ein sportliches und organisatorischen Mammutprogramm. Gleichzeit waren diese Meisterschaften entscheidende Qualifikationsmöglichkeit zur EM der U23 in Bergen (Norwegen).

Bereits am Freitag standen die Vorläufe der U23 auf dem Programm. Mit Joseph Mouaha und dem noch zur Jugendklasse zählenden Paul Nitschke testeten zwei NORDler die schnelle Bahn des Donaustadions. Mit 47,91s lief Joseph erstmalig unter 48 Sekunden und damit zu einer neuen persönlichen Bestzeit (PB). Auch wenn der 12. Platz im Gesamtergebnis nicht zum Finale reichte, eine starke Leistungssteigerung des Aktiven vom Jahrgang 2004. Paul Nitschke blieb mit seiner Endzeit von 49,43s nur 1/100 über seiner diesjährigen Bestleistung, vor einem Monat in Berlin erzielt.

U23 mit guten Platzierungen

Am Samstag sicherte sich Jan-Niklas Gwizdek im 3. Vorlauf über die 400m Hürden mit dem zweiten Platz in 53,74s den sicheren Einzug in das Finale. Auch wenn er in die Medaillenvergabe in diesem Rennen am Sonntag nicht eingreifen konnte, bestätigte er mit einem guten 5. Platz in 53,90s sein derzeitiges Leistungsniveau. Der Sieg ging an Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV) in starken 48,76s.

Über die 400m Hürden der weiblichen U23 stand zunächst ein „Malheur“ im Vordergrund. Im 1. Vorlauf wurde „mal eben“ die Aufstellung der zweiten Hürden vergessen, was zu fabelhaften Zeiten führte, aber zu keinem regulären Ergebnis. Katharina Hanke durfte dann im dritten Vorlauf, mit ordnungsgemäß aufgestellten Hürden, auf die Hürdenrundbahn. Es lief nicht so rund und so kam sie erst mit 63,13s ins Ziel. Zum Glück wurden aber wegen des Fehlers beim Hürdenbau alle Läuferinnen am Sonntag in drei Zeitendläufe neu gesetzt. Das Rennen lief dann, bis auf die letzte Hürde, wesentlich besser und Katharina kam mit 62,12s als 12. des Gesamtklassements ins Ziel. Über die 1.500m erreichte Lilly Schuster im ersten Vorlauf eine Zeit 4:41,71min. Insgesamt waren 30 Läuferinnen am Start und im Gesamtergebnis brachte es ihr den 13. Rang. Mit ihrer Bestzeit, bereits im April des Jahres in den USA mit 4:33,15min gelaufen, wäre im Endlauf auch eine gute Platzierung möglich gewesen.

Während Grace Monono im letzten Jahr bei der U23 in Mönchengladbach mit 12,86m die Silbermedaille hinter der siegenden Sarah-Michelle Kudla gewinnen konnte, war die Konkurrenz der 15 Dreispringerinnen in diesem Jahr deutlich stärker. Der Titel ging mit starken 13,75m an Ruth Hildebrand (SLC Heel Baden-Baden). Auch wenn Grace mit 12,93m im dritten Versuch eine persönliche Bestleistung sprang, blieb am Ende nur der 5. Platz im Gesamtklassement. Sicher hatten die zwei ungültigen Sprünge im Vorkampf das Springen nicht einfacher gemacht. Auch Ilayda Soukri hatte sich für den Dreisprung qualifiziert, aber drei ungültige Versuche im Vorkampf waren damit bereits Endstation. Das gleiche Schicksal ereilte Edmond Edoh, der bei den Männern ebenfalls drei ungültige Versuche „produzierte“ und damit – enttäuschend – das Finale verpasste.

Mit Flora Rustemeyer und der noch in der Jugendklasse startenden Yasmin Sophie Amasheh präsentierte sich die LG NORD am Samstag auch mit seinen Hammerwerferinnen. Beide kamen mit sicheren Würfen im Vorkampf ins Finale der besten Acht. In den beiden letzten Durchgängen kam Flora gut in Schwung und erzielte mit 60,77m und 60,70m ihre Tagesbestwerte, knapp unter ihrer diesjährigen PB von 61,23m. Yasmin steigerte sich im letzten Versuch auf 58,28m, ebenfalls knapp unter ihrer persönlichen Bestleistung. Mit Platz sieben und acht im Meisterschaftsrang schlugen sie sich hervorragend und dürfen auch im nächsten Jahr wieder bei der DM U23 starten.

Der Sonntag stand dann nochmals im Zeichen der Sprintdisziplinen für die LG NORD. Nach der Bestzeit am Freitag über die 400m-Flachstrecke, gab es für Joseph Mouaha über die 200m eine zweite Möglichkeit, sich im Wettkampf zu präsentieren. Bei regulären Windverhältnissen sprintete er mit 21,67s eine neue persönliche Bestleistung und verdeutlichte seine aufsteigende Leistungsentwicklung.

Über die 110m-Hürden ging es für Luke Böhme um die Bestätigung seiner vor 14 Tagen in Berlin erzielten persönlichen Bestleistung von 14,47s und die Qualifikation für den Endlauf. Luke startete im 2. Vorlauf, neben ihm das deutsche Zehnkampftalent Fred Issac Fleurisson (Eintracht Frankfurt), der sich zusätzlich über die Hürden für die EM U23 qualifizieren wollte. Beide mit Top-Ambitionen, aber sowohl Fleurisson als auch Böhme waren schnell, ja zu schnell aus den Startblöcken, so dass sie vom Startordner die schwarz-rote Karte für ihre Disqualifikation erhalten mussten. Schade für Luke in seiner letzten Chance bei der U23 als ältester Jahrgang zu starten.

Zum Abschluss der drei Meisterschaftstage standen die 4x100m-Staffeln aller Altersklassen auf dem Programm. Bei der männlichen U23 konnte Cheftrainerin Nadine Großkopf sogar zwei fast gleichwertige Sprintstaffeln an den Start bringen, die sich unter den acht besten Teams platzieren konnten. Die 1. Staffel mit Paul Nitschke, Jan-Niklas Gwizdek, Luke Böhme und Joseph Mouaha errang mit 42,16s den 6. Platz im Konzert der bundesdeutschen Sprintelite. Die 2. Staffel stand dem nur wenig nach und erzielte mit 42,93s den 8. Platz im Gesamtklassement. In dieser Staffel liefen: Felix Häusler, Julian Iwanowski, Jannik Worina und Simon Iwanowski.

LG NORD Nachwuchs der U16 mit zahlreichen Aktiven

Zwar haben sich in den letzten Jahren immer einige Jungen und Mädchen der U16 zu den jeweiligen Deutschen Nachwuchsmeisterschaften qualifiziert, aber in diesem Jahr konnten erfreulicherweise, zahlreiche Aktive die Einzelnormen erfüllen. Auch die Staffeln im weiblichen wie männlichen Bereich waren diesmal dabei.

Helene Fellerhoff erzielte im Dreisprung der weiblichen U16 im ersten Versuch mit 10,55m ihre beste Weite und blieb nur knapp unter ihrer bisherigen PB von 10,70m. Vor einer Woche, bei der NDM in Rostock war Thatshiso Frederking-Smith mit 12,39m neue persönliche Bestleistung gesprungen. Im Dreisprungwettbewerb der männlichen U16 stand er in Konkurrenz mit 24 weiteren Aktiven seines Jahrgangs. Mit 12,11m im ersten und 12,15m im dritten Versuch konnte er nicht ganz sein optimales Leistungsvermögen abrufen und blieb auf dem 10. Platz im Vorkampf hängen; mit 12,19m hätte er den Endkampf erreicht.

Der leichtathletisch vielseitige Florian Abel überzeugte am Sonntag beim Kugelstoßen. Mit einer Bestleistung von 14,19m angereist, erzielte er im ersten Versuch des Wettbewerbs gleich 14,83m und sicherte sich die Endkampfteilnahme und im Schlussklassement Platz 8. Bereits am Samstag konnte er im Vorlauf über 300m seine PB um 1/100 auf 37,44s verbessern. Langsprint und Kugelstoßen müssen ich also nicht widersprechen! Linus Strasser lief über die 300m Hürden der männlichen U16 mit 43,30s etwas schneller als in Rostock bei der „Norddeutschen“ (32,42s) und bestätigte sein Leistungsvermögen.

Mit Lea Marie Vondey hatte sich auch eine Diskuswerferin für die „Deutschen“ mit einer Leistung von 32,82m qualifiziert. Bei einem „abgerutschten“ ersten Versuch und zwei ungültigen hatte sicher auch Kulisse und Situation ihren deutlichen Einfluss gehabt. Gefreut hatte sich Julia Fröhlich auf ihre Teilnahme über 3.000m bei der U16. Zwar ging sie an den Start, aber nach Krankheit und Trainingsrückstand müsste sie geschwächt aufgeben.

Bei den Berliner Meisterschaften hatte die Staffel der weiblichen U16 bereits eine Zeit von 49,84s vorgelegt, die in der aktuellen Berliner Bestenliste den ersten Platz bedeutete. Im 3. Zeitendlauf auf Bahn drei laufend, stürmten die vier Mädchen mit fast perfekten Wechseln über das Stadionrund und siegten mit Vorsprung in der Topzeit von 49,08s. Zwar liefen im 4. und 5. Zeitendlauf andere Staffel noch schneller, aber im Gesamtergebnis konnten Pauline Hochschild, Emma Freudenberger, Yuna Bauer und Jasmin Kattner über einen doch überraschenden 6. Platz bei der Siegerehrung freuen.

Die 4x100m-Staffel der Jungen konnte in der Besetzung Eric Sacksofski, Florian Abel, Tom Luithle und Thatshiso Frederking-Smith mit 46,72s eine neue Saisonbestleistung laufen und mit dem 12. Platz im Mittelfeld der 24 gestarteten Sprintstaffeln landen.

In der Gesamtschau konnten sich die Aktiven der beiden Trainerinnen Carina Balcerowski, Marina Schupp, Clara-Maria Jansen und Jakob Arbeit erfreulich stark bei den „Deutschen U16“ präsentieren und wichtige Erlebnisse und Erfahrungen mit nach Hause nehmen.

 

 

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In Bestform: Joseph Mouaha (Copyright Theo Kiefner)
Platz 7 mit dem Hammer: Flora Rustemeyer (Copyright Theo Kiefner)
Mit Bestleistung auf Platz 5: Grace Monono (Copyright Theo Kiefner)
Im Endlauf über 400m Hürden: Jan Niklas Gwizdek (Copyright Theo Kiefner)
Starke Staffelmädchen: Pauline Hochschild, Emma Freudenberger, Yuna Bauer und Jasmin Kuttner